Von Bettina Becker, Sport- und Fitnesskauffrau, Rehaplus – Therapiezentrum Exten
Der Begriff „Gesunde Bewegung“ ist so einfach wie komplex und betrifft nicht nur die ältere Generation, was der ein oder andere zunächst vielleicht denken mag. Wer die Begrifflichkeit googelt, findet meist als erstes die Erklärung:
„Gesunde Bewegung bedeutet, den Körper regelmäßig, abwechslungsreich und gelenkschonend zu bewegen, um die Gesundheit zu fördern, ohne ihn zu überlasten. Dabei kommt es auf die richtige Mischung aus Ausdauer, Kraft, Beweglichkeit und Koordination an.”
Regelmäßige Bewegung im Alltag wirkt sich positiv auf unsere Gesundheit und Lebensqualität aus. Das wissen wir. Im Einzelnen bedeutet die jeweilige Wirkung:
- Ausdauer: Stärkt Herz und Lunge, senkt das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, verbessert die Fettverbrennung.
- Krafttraining: Erhöht den Grundumsatz, schützt die Knochen, verbessert die Körperhaltung und reduziert Verletzungsrisiken.
- Beweglichkeit & Mobilisation: Erhöht die Bewegungsfreiheit, beugt Verspannungen und Schmerzen vor.
- Koordination: Verbessert die Körperkontrolle, reduziert das Sturzrisiko, fördert die Feinmotorik.
Doch leider verbringen wir den Großteil des Tages damit, uns in einer physiologisch ungünstigen Position zu bewegen und oftmals sogar zu verharren. Im Arbeitsalltag sitzen wir oft 8 Stunden am Stück, verrichten sitzend die Arbeit am PC und verbringen sogar die Mittagspause oft ebenfalls sitzend. Einseitige Belastungen im Alltag können die Schädigungen durch Dauerbelastung u. a. an der gesamten Wirbelsäule begünstigen. Kommt dann noch Übergewicht hinzu, können bereits sehr früh die ersten gesundheitlichen Probleme auftreten.
Aus diesem Grund ist gesunde Bewegung sogar essenziell, um die stark beanspruchten Körperpartien zu stärken. Durch individuelles med. Training kann eine stützende Tiefenmuskulatur am Skelett aufgebaut werden und dank therapeutischer Engpassdehnungen wird die verkürzte Muskulatur sowie Sehnen und Bänder gezielt gedehnt, um unsere Gelenke damit möglichst lange in ihrer Funktion schmerzfrei zu bekommen und zu erhalten.
Und genau hier kommt auch die Ernährung zum Tragen. Unser Körper kann auch nur dann gesund bleiben, wenn wir uns zusätzlich zur gesunden Bewegung auch gesund ernähren, denn Gesundheit und gesunde Bewegung sind immer ganzheitlich zu betrachten.
Gesunde Bewegung aus therapeutischer Sicht
Gelenke brauchen gesunde Bewegung. Im Arbeitsalltag oft selten umsetzbar. Besteht dazu noch Übergewicht, kann die Beweglichkeit zum Teil eingeschränkt sein. Es entsteht ein Ungleichgewicht im Körper, sogenannte Dysbalancen. Der Patient sollte sich dann keinesfalls schonen, sondern aktiv entgegenwirken. Beim Training an medizinischen Fitnessgeräten ist ein individuell auf seine jeweiligen Bedürfnisse angepasster Trainingsplan, ggf. nach Rücksprache mit dem behandelnden Physiotherapeuten, sinnvoll. Ebenso sollte in der Trainingsbegleitung durch Fachpersonal regelmäßig unterstützt werden, damit der Patient seine individuellen Übungen korrekt ausführt und nicht durch eine falsche Haltung die eventuell schon vorbelasteten Körperpartien noch zusätzlich strapaziert.
Die Krankenkassen unterstützen bei bestehenden orthopädischen Problemen teilweise auch Gruppensport mit sog. Verordnungen für Rehabilitationssport, die auch der Hausarzt verschreiben kann. Zur Prävention bieten die Rentenversicherungen das RV-Fit Programm an und übernehmen die Kosten dafür sogar komplett.




