Von Tina Manolis, Physiotherapeutin

Gesund & Fit_Manolis_Tina_KWie in allen Lebenslagen kommt es auch bei der Geburt auf eine gute Vorbereitung an. Wie man sich optimal vorbereitet, wer Ihnen hilft und was es zu beachten, gibt erfahren Sie hier.

Wer schon einmal ein Kind auf natürlichem Wege zur Welt gebracht hat, verneigt den Kopf vor all den anderen Millionen und Milliarden Frauen, die dieses schmerzhafte Wunder ebenfalls erleben durften. Am Ende bekommt man ein wundervolles Geschenk, was die ganzen Strapazen davor in einem zauberhaften Gefühlsnebel verwaschen und irreal erscheinen lässt. Aber sein wir mal ehrlich: So eine Geburt ist kein Spaziergang. Ob nun vor einem selbst hundert Millionen Frauen das gleiche durchgemacht haben, ist in dem Moment, in dem wir es selber durchmachen, völlig egal.

Zum Glück gibt es verschiedene Ansprechpartner, die Schwangeren mit Rat und Tat zur Seite stehen. Was wäre man ohne Hebamme, die egal ob Tag oder Nacht parat steht und einem die Sorgen und Ängste nimmt? Oder ohne einen guten Gynäkologen, der einem in regelmäßigen Abständen das Babyfernsehen ermöglicht?

Tipps und Tricks für eine gute Schwangerschaft und leichtere Geburt gibt es viele. Ob es Tees sind, die man trinken sollte, Öl für den Bauch. um Dehnungsstreifen vorzubeugen oder Heublumendampfsitzbäder, die alles dehnbarer machen. Es gibt sogar Akkupunkturbehandlungen, die die Geburtsschmerzen lindern und die Geburt insgesamt schneller machen sollen.

Genauso kann eine Schwangere sich sportlich betätigen, um ihre allgemeine Ausdauer und Kondition zu verbessern, denn nicht jeder hat das Glück, ein Kind in zwei Stunden zu gebären. Betroffene Frauen, die mehr als 15 Stunden in den Wehen liegen wissen, was für einen Marathon man bewältigt. Wer einen Geburtsvorbereitungskurs besucht hat, oder nicht zum ersten Mal gebärt, weiß auch im Einzelnen, in welche Phasen der Geburtsvorgang eingeteilt ist und was für ein Wunder gleich zwei Körper im Einklang vollbringen müssen, damit am Ende ein gesundes Kind zur Welt kommt. Es sind winzige Drehungen und Bewegungen und Verschiebungen, die die Körper von Mutter und Kind durchführen müssen, damit der Kopf durch das Becken passt.

Die werdende Mutter kann man durch Hilfe von außen optimal vorbereiten. Die Beckenausrichtung bzw. Stellung kann korrigiert werden, der Muskeltonus reguliert und die Kraft gestärkt werden. Man kann sich vorstellen, dass eine Gebärende mit einem Beckenschiefstand mehr Probleme haben könnte, als eine Gebärende mit gerader Wirbelsäule und Becken. Jede Schwangere sollte selber darauf achten, wie ihre Statik aussieht. Wenn Sie sich selber unsicher sind, fragen Sie ihre Hebamme.

Sollte diese einen Beckenschiefstand feststellen, kann man einen Therapeuten aufsuchen, der die Haltung korrigiert und die Statik wiederherstellt. Dazu benötigt man nicht unbedingt ein ärztliches Rezept. Es gibt Therapeuten, die über eine Zusatzqualifikation als sektoraler Heilpraktiker verfügen, die Sie eigenverantwortlich behandeln dürfen. Wie immer in der Geburtsvorbereitung, allerdings ab der 36. Schwangerschaftswoche.

Um einen Schiefstand des Beckens oder im allgemeinen der Statik zu korrigieren, reicht manchmal bereits eine Behandlung aus. Dabei kommt es selbstverständlich auf die Ursache für die Fehlstatik an. Möchte die werdende Mutter auf Nummer sicher gehen und ärztlichen Rat einholen, so kann dieser auf ein Privatrezept die Diagnose schreiben, mit der Sie dann zum Physiotherapeuten Ihres Vertrauens gehen. Das bedeutet nicht, dass eine Frau, die sich gegen den Besuch bei einem Therapeuten entscheidet, automatisch eine schwierigere Geburt haben wird. Das Allerwichtigste ist die Aufgeschlossenheit und Entspannung gegenüber dem Unbekannten oder bereits bekannten. Je weniger Angst die Schwangere hat, desto besser für Mutter und Kind.

Am Ende sei gesagt, Schmerzen hin oder her, es ist etwas Fantastisches, was man da erleben darf, egal wie sehr es weh tut.