Neue Sonderausstellung: 160 Jahre Max und Moritz & Co.

2025 feiert die Bildergeschichte, die Wilhelm Busch weltweiten Ruhm einbrachte, ihr 160. Jubiläum. Ab Sonntag, 7. September geht die neue Sonderausstellung im Wilhelm-Busch-Geburtshaus in Wiedensahl der Frage nach, was die Faszination dieser Geschichte bis heute ausmacht.

Aber auch Nachahmungen und Plagiate überfluten bereits kurz nach der Veröffentlichung von Max und Moritz den Markt, so z. B. in satirischen Tageszeitungen wie Der Floh. Bereits 1894 sind sie so zahlreich, dass der Verlag Braun und Schneider einen Sammelband mit dem Titel „O diese Kinder! Lustige Bubenstreiche mit 46 Geschichten“ herausgibt. Neben den ‚Buben‘ gibt es aber auch bald schon weibliche Varianten. In den nächsten 160 Jahren folgen Adaptionen in sämtlichen Medien, ob als Singspiel, (Puppentrick-)Film oder Hörspiel – eine eigene Gattung entsteht: Die Moritziade. Immer wieder wird die Geschichte dabei politisch vereinnahmt.

Die Ausstellung befasst sich deshalb einerseits mit den Einflüssen, die auf Wilhelm Busch wirken, wobei ein Blick in seine Geschichten vor Max und Moritz aufzeigen wird, wie er sich langsam an sein großes Werk herantastet. Aber auch Einflüsse anderer Künstler sollen nicht unerwähnt bleiben.

Ein weiterer Fokus wird auf der politischen Vereinnahmung bzw. Umdeutung der Geschichte liegen. So werden Max und Moritz immer wieder ideologisch zweckentfremdet, etwa als Karl Marx oder als Weltkriegspropaganda. Aber auch geheime politische Aussagen werden Busch zugeschrieben – oder man ändert das Finale nach heutigem pädagogischem Verständnis ab und erspart den Hauptfiguren den Tod.

Zur Eröffnung am 7. September um 14 Uhr ist der Eintritt frei. Museumsleiter Tobias Deterding führt in die Ausstellung ein. Dr. Julian Auringer hält einen kurzen Vortrag zu den Einflüssen und zur Wirkungsgeschichte von Max und Moritz.

Um die Besucherzahl einzuschätzen, wird um Anmeldung unter Tel. (05726) 388 gebeten.

Die Ausstellung läuft bis Mitte kommenden Jahres. Die Öffnungszeiten von März bis Oktober: Mi – So von 11 bis 17 Uhr, im November und Dezember: Mi – So von 12 bis 16 Uhr, im Januar und Februar nur Sa + So von 12 bis 16 Uhr, sowie nach Vereinbarung.

Der reguläre Museumseintritt beträgt 6,- €, Jugendliche (10-18 J.) zahlen 2,- €.

Bild: Thomas Theodor Heine und Ludwig Thoma: Die bösen Buben, München 1903