Polizeiliche Kriminalstatistik 2022

Wie jedes Jahr, hat das Polizeikommissariat Rinteln vor kurzem wieder die Polizeiliche Kriminalstatistik veröffentlicht:  Im Jahr 2022 wurden hier 2207 Straftaten bearbeitet. Dies sind 255 Fälle mehr als im Vorjahr, was einer Steigerung von 13% entspricht. Dies deckt sich mit dem landesweiten Trend, wonach sich die Fallzahlen in Niedersachsen im Vergleich zu 2021 auch um 11 % erhöht haben.

Die Aufklärungsquote (Anteil aufgeklärter Fälle und Ermittlung des Täters) liegt mit knapp 65 % weiterhin über dem Landesdurchschnitt. Für das Land Niedersachsen beträgt die Aufklärungsquote 2022 knapp 62 %.

„Die Anzahl der registrierten Straftaten stieg im Jahr 2022 weiter stark an. Dies ist sicherlich u.a. auch auf den schrittweisen Wegfall der Corona-Einschränkungen zurückzuführen. Dieser Anstieg deckt sich mit den landesweiten Entwicklungen in Niedersachsen. Dennoch stellen wir in den letzten Jahren kontinuierlich Steigerungen fest, die aber auch durch Initiativermittlungen sowie Ergebnisse von gezielt eingesetzten Ermittlungsgruppen (z.B. zur Bekämpfung der Rauschgift-Kriminalität und von Betrugsdelikten) erklärbar sind. Die Aufklärungsquote konnte 2022 nicht auf dem historischen Höchststand des Vorjahres von über 72 % gehalten werden. Dennoch sind wir mit knapp 65 % aufgeklärter Straftaten weiterhin sehr zufrieden“, kommentiert Jörg Stuchlik, Leiter des Polizeikommissariats Rinteln.

Prozentuale Verteilung aller Straftaten in 2022

546 Sonstige Straftatbestände (25 %) / 471 Rohheitsdelikte (21 %) / 389 Vermögens- und Fälschungsdelikte (18 %) / 372 Einfacher Diebstahl (17 %) / 206 Schwerer Diebstahl (9 %) / 205 Strafrechtliche Nebengesetze (9 %) / 17 Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung (1 %)

Zu diesen Straftaten nahm die Polizei in ihrer Präsentation besonders Stellung:

Wohnungseinbruchdiebstähle / Tageswohnungseinbrüche

Während die Anzahl der Wohnungseinbruchdiebstähle um 75 % angestiegen ist, sanken die Tageswohnungseinbrüche (6.00 – 21.00 Uhr) 2022 um 33 %. 2022 wurden 21 Wohnungseinbruchdiebstähle (Vorjahr: 12 Taten) und lediglich 6 Tageswohnungseinbrüche (Vorjahr: 9 Taten) registriert.

Bei diesen insgesamt 27 Einbruchdelikten handelte es sich in 9 Fällen um nicht vollendete Versuchstaten, bei denen die Täter aufgrund z.B. moderner Schließeinrichtungen, aufmerksamer Nachbarn oder ähnlicher Umstände erfolglos blieben.

„Auch den erneuten Anstieg der Einbruchskriminalität führen wir auf die Aufhebung der durch Corona bedingten Einschränkungen zurück. Festzustellen ist aber auch, dass ein Drittel der Taten für die Täter nicht erfolgreich waren und lediglich maximal Beschädigungen an Türen und Fenstern zurückblieben. Bauliche Sicherheitsmaßnahmen und das Verhalten der Anwohner haben es in diesen Fällen den Tätern unmöglich gemacht, ihr Vorhaben in die Tat umzusetzen“, so Frank Schäfer, Leiter des Kriminalermittlungsdienstes.

Straftaten durch Kinder und Jugendliche

Im Bereich der Kinder- und Jugenddelinquenz mussten 2022 auch deutliche Steigerungen festgestellt werden. So wurden 170 Jugendliche (Vorjahr: 115) und 36 Kinder (Vorjahr: 21) als Tatverdächtige für Straftaten ermittelt. Bei den Kindern sieht die Polizei eine Steigerung von 71 %, im Bereich der Jugendlichen von 48 %.

Dazu Jörg Stuchlik: „Kinder und Jugendliche waren von den z.T. massiven Einschränkungen während der Pandemie besonders betroffen und extrem in ihrem Aktionsradius und ihrer Entwicklung eingeschränkt. Studien belegen inzwischen, dass dadurch bei dieser Altersgruppe z.T. massive psychische Folgen zu beobachten sind. Darüber hinaus bestätigen Kriminologen, dass zur normalen Entwicklungsphase junger Menschen auch „unrechtmäßige Verhaltensweisen“ zählen. Man kann davon ausgehen, dass diese Aktivitäten nach Wegfall der rechtlichen Corona-Beschränkungen jetzt „nachgeholt“ werden.

Um dieser Entwicklung entgegen zu wirken, hat die Polizei Rinteln die Kooperation mit der Stadt und der Stadtjugendpflege Rinteln bereits vor geraumer Zeit weiter intensiviert. Spezielle Teams der Polizei halten regelmäßig den direkten Kontakt zur Jugendszene als Ansprechpartner und Ratgeber.“

Prävention 2023

 Auch 2023 sind wieder umfangreiche Präventionsmaßnahmen geplant, um Straftaten verschiedener Deliktsbereiche zu verhindern oder zu minimieren sowie die Bürgerinnen und Bürger hinsichtlich entsprechender Vorsichtsmaßnahmen zu sensibilisieren. Hier liegt der Fokus insbesondere auf den Bereichen: Häusliche Gewalt / Gewalt an Kindern, Jugendkriminalität, Straftaten gegen ältere Mitbürgerinnen und Mitbürger sowie Wohnungseinbruchsdiebstahl.