Stadtwerke Rinteln für innovatives Verfahren ausgezeichnet

Die Stadtwerke Rinteln haben im Juni beim NachhaltigkeitsAWARD der Zeitung für kommunale Wirtschaft (ZfK) das Siegertreppchen erklommen.

Bei der Auszeichnung handelt es sich um einen begehrten Preis, mit dem die ZfK jährlich herausragende Projekte im Bereich Klima- und Ressourcenschutz prämiert. Die Stadtwerke Rinteln hatten sich Ende 2024 mit ihrem innovativen Verfahren zur Grundwassersanierung beworben.

„Wir freuen uns riesig über die Würdigung. Sie zeigt, dass es sich lohnt, bei der Lösungssuche über den Tellerrand hinauszuschauen und innovativen Ideen eine Chance zu geben“, sagt Geschäftsführer Ulrich Karl. Projektleiter Jan-Philipp Giltmann erklärt: „Bei unserem Verfahren haben wir uns getraut, nicht den konventionellen Weg einzuschlagen und stattdessen das Thema Nachhaltigkeit großzuschreiben. Wir hoffen, dass sich auch andere Vorhaben davon inspirieren lassen.“

Nachhaltiges & ökologisches Sanierungsverfahren

Ausgangspunkt des Projekts sind Altlasten aus der Industriegeschichte Rintelns. Am Standort der Stadtwerke wurde früher Gas aus Kohle und Koks produziert. Sicherheitsvorkehrungen im heutigen Stil gab es in der Produktionszeit von 1896 bis 1964 nicht: Schadstoffe gelangten in den Boden und teilweise ins Grundwasser unter dem Gelände. Untersuchungen in Zusammenarbeit mit dem Landkreis Schaumburg konnten zwar eine Gefahr für Anlieger und Bevölkerung ausschließen; außerhalb des Grundstücks liegt die Schadstoffkonzentration unterhalb des gesetzlichen Grenzwerts. In Fließrichtung des Grundwassers findet allerdings ein gewisser Schadstoffaustrag vom Gelände her statt, was eine Sanierung erforderlich macht.

Seit Januar 2022 sanieren die Stadtwerke Rinteln das Grundwasser unter dem Stadtwerke-Areal mit einem biologischen Sanierungsverfahren, welches auf Mikroorganismen, die vor Ort bereits vorkommen, setzt. Sie zersetzen die Altlasten und bauen sie dadurch nachhaltig ab. Der belastete Boden wird aufbereitet. Das macht die Methode äußerst nachhaltig, ressourcen- und umweltschonend: Sie vermeidet, dass gut 30.000 Tonnen Erdreich ausgehoben, als gefährlicher Abfall entsorgt und anschließend durch neue, unbelastete Erde wieder aufgefüllt werden müssen.