Wechseljahre und ketogene Ernährung – Wie die richtige Ernährung Frauen in dieser Lebensphase unterstützen kann
Von Diana Sellmann, Ernährungsberaterin, Mental- und Hypnose-Coach
Hitzewallungen, unruhige Nächte, innere Anspannung und ein Körper, der sich plötzlich anders verhält als gewohnt: Die Wechseljahre fordern viele Frauen heraus. Die Ernährung kann dabei ein wichtiger Baustein sein.
Viele Frauen kennen es: Nachts wachen sie schweißgebadet auf und finden danach kaum noch in den Schlaf. Tagsüber sind sie müde und zugleich angespannt, am Nachmittag meldet sich ein Heißhunger auf Süßes, und auf der Waage zeigt sich trotz unveränderter Gewohnheiten ein Plus, vor allem rund um den Bauch. Schnell entsteht der Eindruck, etwas falsch zu machen. Meist ist das nicht der Fall: Der Körper befindet sich in einer Umstellung, die seinen gesamten Haushalt betrifft.
Was in den Wechseljahren im Körper passiert
Im Mittelpunkt steht der Hormonhaushalt. Der Östrogenspiegel sinkt allmählich, und dieses Hormon wirkt weit über den Zyklus hinaus: Es beeinflusst die Temperaturregulation, den Schlaf, die Stimmung und auch den Umgang des Körpers mit Zucker und Insulin. Viele Frauen reagieren deshalb empfindlicher auf Kohlenhydrate. Der Blutzucker steigt schneller an und fällt ebenso rasch wieder ab, was sich als Heißhunger, Energielosigkeit und innere Unruhe bemerkbar machen kann. Gleichzeitig lagert der Körper Fett häufiger im Bauchbereich ein. Schlafmangel und Stress verstärken den Appetit zusätzlich, und so kann ein Kreislauf entstehen, der sich selbst antreibt.
Wo ketogene Ernährung ansetzt
Hier richtet sich der Blick auf die ketogene Ernährung. Sie reduziert Kohlenhydrate deutlich und setzt stattdessen auf Gemüse, gesunde Fette, Eier, Fisch und Fleisch in guter Qualität, bei moderater Eiweißmenge. Der Blutzucker verläuft dadurch gleichmäßiger, und der Körper lernt, Energie verstärkt aus Fett zu gewinnen. Viele Frauen berichten, dass Heißhungerattacken seltener werden, die Energie über den Tag stabiler bleibt und sie sich klarer fühlen. Einige erleben auch einen ruhigeren Schlaf und mildere Hitzewallungen. Das sind Erfahrungswerte und keine Garantien, denn jeder Körper reagiert anders.
Worauf es ankommt
Ketogen bedeutet nicht, nur Fleisch und Wurst zu essen. Im Mittelpunkt steht frische, möglichst unverarbeitete Kost mit reichlich Gemüse, hochwertigen Ölen, Nüssen, Eiern, Fisch und Fleisch aus guter Haltung. Wichtig sind außerdem genügend Flüssigkeit und eine gute Versorgung mit Mineralstoffen. Ernährung allein ist jedoch nicht die ganze Lösung, denn Bewegung, Entspannung und ausreichend Schlaf gehören ebenso dazu. Wer Medikamente einnimmt oder Vorerkrankungen hat, sollte eine Umstellung vorher mit der Ärztin oder dem Arzt besprechen, und Beschwerden in den Wechseljahren gehören grundsätzlich ärztlich abgeklärt.
Der Einstieg in kleinen Schritten
Niemand muss von heute auf morgen alles umstellen. Oft genügt es, Zucker und Weißmehl schrittweise zu reduzieren und jede Mahlzeit mit Eiweiß und gesunden Fetten zu gestalten. Schon nach einigen Wochen zeigt sich häufig, wie viel Einfluss das Essen auf das Wohlbefinden hat. Entscheidend ist, Veränderungen ohne Druck und im eigenen Tempo umzusetzen.
Mehr Informationen zum Thema bietet das Buch „Ketogene Ernährung: Was, wenn Gesundheit ganz anders beginnt?“ (Taschenbuch und E-Book).
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