Von Julia Thieme, Heilpraktikerin und Kinderkrankenschwester
„Klimper-klimper, schepper“- schon wieder bin ich im Dienstzimmer gegen die Tüte mit den Dosen gestoßen, die leer getrunken auf die Pfandrückgabe warten. Überwiegend Energydrinks…
Energydrinks gehören besonders bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu den beliebtesten koffeinhaltigen Getränken. Aber auch Erwachsene setzen sie gezielt zum „Durchhalten“ ein. Sie enthalten meist hohe Mengen an Zucker oder Süßstoffen (Sucralose oder Aspartam) sowie Koffein, Taurin und weitere Zusatzstoffe wie Inosit oder Glucuronolacton. Taurin und Glucuronolacton wird in Kombination mit Koffein eine stimulierende Wirkung zugeschrieben, Inosit ist ein Zuckeralkohol und dient u.a. der Zellmembran.
Der Koffeingehalt bei Energydrinks liegt mit rund 32 mg/100 ml mehr als doppelt so hoch wie bei handelsüblichen koffeinhaltigen (Cola‑) Getränken. Dies entspricht der gesetzlichen Obergrenze von 320 mg/l für den Koffeingehalt in koffeinhaltigen Erfrischungsgetränken laut Fruchtsaft- und Erfrischungsgetränkeverordnung (FrSaftErfrischGetrV § 5 Absatz 2). Kinder und Jugendliche sollen allerdings nicht mehr als 3 mg Koffein pro kg Körpergewicht am Tag zu sich nehmen!
Energydrinks und ihre Auswirkungen
Die Auswirkungen von regelmäßigem Energydrink-Konsum sind bereits weitgreifend in klinischen Studien untersucht und multiple Nebenwirkungen nachgewiesen:
Bei den kardiologischen Nebenwirkungen traten mit 41,5 % am häufigsten Herzrhythmusstörungen auf, bei 14,7 % trat ein Herz-Kreislauf-Stillstand ein und in 7,3 % der Fälle der Tod. Ebenfalls wurden Folgen wie Stress und Schlaflosigkeit, allergische Reaktionen, muskuläre Veränderungen und Nervosität als mögliche Nebenwirkungen angegeben.
Es rückt zunehmend auch der Einfluss auf das Darmmikrobiom in den Fokus der Forschung. Das Darmmikrobiom beschreibt die Gesamtheit der Mikroorganismen im menschlichen Darm und spielt eine zentrale Rolle für Verdauung, Immunsystem und Stoffwechsel.
Ein regelmäßiger Energydrink-Konsum kann die Zusammensetzung der Darmflora verändern und entzündliche Prozesse fördern. Eine hohe Zuckerzufuhr wird mit einer verminderten Vielfalt nützlicher Darmbakterien verbunden. Gleichzeitig können bestimmte schädliche Bakterienarten begünstigt werden.
Koffein kann die Darmbewegung anregen und die Durchlässigkeit der Darmwand verändern. Tierexperimentelle Studien deuten darauf hin, dass hohe Koffeinmengen entzündliche Prozesse im Darm fördern könnten.
Eine gestörte Darmflora wird unter anderem mit Übergewicht, Diabetes und chronisch-entzündlichen Erkrankungen in Verbindung gebracht.
Besorgniserregend ist auch das Ergebnis der repräsentativen EsKiMo-II-Studie (Jahr 2020; aus der „Kinder- und Jugendgesundheitsstudie (KiGGS). Sie verdeutlicht signifikante Zusammenhänge mit psychischen Belastungen, vermehrtem Alkohol- und Tabakkonsum, schulischen Problemen sowie Verhaltensauffälligkeiten, wie Aggressionen oder risikoreichem Fahrverhalten. Auch körperliche Beschwerden, z. B. Schlafstörungen und Zahnkaries, werden dokumentiert.
Eine besondere Gefahr für Nebenwirkungen besteht bei Vorbelastung des Herz-Kreislaufsystems oder Begleitmedikationen wie Methylphenidat (Medikament gegen zerebrale Krampfanfälle), aber auch bei gleichzeitigem Konsum mit Partydrogen sowie vor/während sportlichen Betätigungen.
Sowohl für Erwachsene als auch für Kinder und Jugendliche besteht somit ein gesundheitliches Risiko und unerwünschte Wirkung aufgrund eines häufigen Konsums von Energydrinks! Ein Umdenken kann vorbeugen, vielleicht mit einer Alternative!
Kontakt:
Julia Thieme, Heilpraktikerin, Bahnhofstr. 8, Bückeburg, Tel. (05722) 9547209, www.naturheilpraxis-thieme.de
Eine Alternative
Hier ein Rezept für einen gesunden Powerdrink:
250 ml Hafer- oder Mandelmilch, 1 kleines Stück Ingwer,1 Apfel oder 3 Datteln, 2 EL Haferflocken, 1 EL Chiasamen, etwas Zimt. Kleingeschnitten in den Mixer geben und evtl. Eiswürfel dazu.
Sorgt für frische Energie, macht satt ohne künstlichen Zucker, enthält Mineralstoffe, Eiweiß und Omega-3-Fettsäuren!




