„Unser anstrengender Alltag – Stress als Zeichen unserer Zeit“

Von Silke Schnittger, Heilpraktikerin (Psychotherapie), Resilienz-, Achtsamkeits- und Entspannungstrainerin

„Ein voller Terminkalender ist noch lange kein erfülltes Leben“ (Kurt Tucholsky)

Gesundheit 4.0, die WHO hat den Stress als die Keimzelle für viele Krankheitsverläufe – zur größten Gesundheitsgefahr des 21. Jahrhunderts erklärt. Die Fehlzeiten aufgrund psychischer Erkrankungen nehmen in Deutschland zu, im Schnitt betragen sie mittlerweile 25 Tage pro Fall.

Stress ist die Antwort des Organismus auf Reize. Er ist zunächst normal und sichert das Überleben. Zu extreme Herausforderungen, Bedrohungen oder die Gefahr der Schädigung oder des Verlustes bewirken jedoch eine negative Form von Stress, den Dysstress. Tritt dann auf Dauer eine erhebliche Überlastung ein, führt das oft fließend und unbemerkt in einen krankhaften Erschöpfungszustand – Burnout – tritt ein.

Für viele Menschen gehört es bereits zum Alltag, dass sie sich gestresst fühlen. Fast an jedem Arbeitsplatz gibt es Bereiche, in denen Beschäftigte unter Druck kommen. Immer mehr Beschäftigte sind zusätzlich von privaten Anforderungen belastet. Beispielsweise durch Erziehung von Kindern, Pflege der kranken Eltern, Scheidungen und andere Lebenskrisen.

Vor dem Hintergrund, dass Stress in den Medien, im Privat- und Berufsleben und in unserer Leistungsgesellschaft eine tragende Rolle eingenommen hat, können wir durch präventive Maßnahmen und einem ganzheitlichen Ansatz durch multimodales Stressmanagement der Entstehung von Krankheiten vorbeugen.

Fazit

Durch präventive Maßnahmen, die zu mehr Ruhe, Gelassenheit und Entspannung führen, können wir den Herausforderungen des Alltags wirkungsvoll begegnen. Ebenso der Entstehung stressbedingter Erkrankungen in erheblichem Maße vorbeugen.

Bewältigungsstrategien können nach ihrer Fristigkeit und Ziel unterschieden werden, ob durch kappen von Stressspitzen als kurzfristige Maßnahme (Bsp. Ablenkung, positive Erlebnisse, Entschleunigung oder spontane Entspannung) oder durch reduzieren und beseitigen der Belastungsursachen als langfristige Maßnahme (Systematische Entspannung, Zeitmanagement, Verhaltensänderung, Lebensstil- oder Einstellungsänderung).

Hierzu gibt es eine Vielzahl anerkannter Verfahren, die in Präventionskursen erlernt werden können. Beispielhaft wäre Yoga (eine jahrtausendealte indische Praxis, die Körper, Geist und Seele in Einklang bringen und zu innerer Ruhe und Ausgeglichenheit führt), Progressive Muskelentspannung nach Jacobsen (ein Entspannungsverfahren bei dem in festgelegter Reihenfolge Muskelgruppen angespannt und entspannt werden), Autogenes Training nach. J. H. Schultz (mithilfe standardisierter Formeln gelangt der Mensch in einen tranceähnlichen Zustand und entspannt durch vegetative Dämpfung des Organismus), Achtsamkeitstraining (führt Menschen in einen Zustand von Geistesgegenwart, im „Hier und jetzt sein“ ohne von Gedankenströmen, Erinnerungen, Phantasien oder starken Emotionen abgelenkt zu sein), Kinesiologie (eine alternative Heilmethode, die das Ziel hat, Energieblockaden zu lösen und die Selbstheilungskräfte des Körpers zu aktivieren, um so das körperliche und geistige Gleichgewicht wiederherzustellen) und die Feldenkrais Methode (eine körperbezogene Lernmethode, die die Qualität von Bewegungen und Körperhaltungen verbessert, indem sie das Bewusstsein für Bewegungsmuster schärft und neue, effizientere Bewegungsmöglichkeiten aufzeigt).

Sinnvoll ist es, sich eine Institution zu suchen, die diese Angebote unter einem Dach in ihrem Portfolio anbietet.

Bei schwerwiegenden psychischen oder psychosomatischen Erkrankungen, ist es ratsam eine Psychotherapie in Anspruch zu nehmen, dennoch können Entspannungsverfahren supportiv eingesetzt werden.

Ebenso können Traumata und dessen Folgestörungen, wie Ängste, Depression und Erschöpfung dauerhafte Stresssymptomatik und deren physischen Auswirkungen unterhalten. Wichtig ist es in einem geschützten Rahmen das Trauma zu integrieren und zu bewältigen „Damit das Schwere leichter fällt“.

Für Firmen gibt es z.B. spezielle Angebote im Rahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements.

Kontakt:

Resilienz Zentrum Rinteln, Nottbergtr.4, Rinteln

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